P.O.B. 186 9100101, Gerusalemme (Israele)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Auf dem Laufenden bleiben

    logo main logo dark logo light

    VON GETSEMANI
    ZUR AUFERSTEHUNG


    VON GETSEMANI ZUR AUFERSTEHUNG: EIN BLICK MIT DEM HL. FRANZISKUS                                                                                                                                            

    Liebe Freunde des Gartens des Herrn,

    der Herr schenke euch Frieden!

    Das Fest der Auferstehung des Herrn ist das Herzstück des christlichen Glaubens. An diesem Tag verkündet die Kirche, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und dass das neue Leben des auferstandenen Christus die gesamte Geschichte der Menschheit erleuchtet. Wie der Apostel sagt: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube.“ (1 Kor 15,14).

    Das Licht von Ostern lässt sich jedoch erst vollständig verstehen, wenn man die Dunkelheit von Getsemani durchschritten hat, einen Ort der Qual, des Gebets und der vollkommenen Hingabe an den Willen des Vaters. Im Garten Getsemani erlebt Jesus einen der tiefgreifendsten Momente des Geheimnisses der Erlösung. Das Evangelium berichtet: „Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille soll geschehen“ (Lk 22,42). Und weiter: „Und er betete in seiner Angst noch inständiger und sein Schweiß war wie Blut, das auf die Erde tropfte“ (Lk 22,44).

    Hier erfährt der Sohn Gottes menschliches Leid angesichts von Tod und Schmerz, offenbart aber zugleich sein vollkommenes Vertrauen in den Vater. Dieser Akt des Gehorsams und der Liebe bereitet bereits den Weg für den Sieg der Auferstehung. Getsemani wird so zur Schwelle von Ostern: der Ort, an dem Christi treue Liebe die Nacht des Schmerzes in die Verheißung neuen Lebens verwandelt.

    Diese Sichtweise findet besondere Resonanz in den Schriften des heiligen Franz von Assisi, der das Geheimnis der Demut und des Leidens Christi mit außergewöhnlicher Tiefe betrachtete. In seinen Ermahnungen lädt er die Gläubigen ein, die Demut des Sohnes Gottes mit Staunen zu betrachten. „Seht doch, täglich erniedrigt er sich, wie er einst vom königlichen Thron herab in den Schoß der Jungfrau kam. Täglich kommt er selber zu uns und zeigt sich in Demut.“ (Erm 1,16-17: FQ 46).

    Für den Heiligen von Assisi führt der Weg zur Herrlichkeit stets über Demut und das Kreuz. Beim Anblick des leidenden Christus ruft er im Lobpreis Gottes, des Allerhöchsten, aus: „Du bist der heilige Herr, der alleinige Gott, der du Wunderwerke vollbringst. Du bist stark, du bist groß. Du bist der Höchste. Du bist allmächtig,…“ (LobGott 1-2: FQ 37).

    Für Franziskus verkörpert Getsemani den Augenblick, in dem Christus sich ganz für die Menschheit hingibt. Er betrachtet Jesus nicht nur als den glorreichen Herrn, sondern vor allem als denjenigen, der sich erniedrigt und sich in die Hände der Menschen begibt. Aus diesem Grund lädt er die Brüder in seinem Brief an den gesamten Orden ein, ihren Blick auf dieses Geheimnis zu richten: „Behaltet darum nichts von euch für euch zurück, damit euch ganz aufnehme, der sich euch ganz hingibt!“ (Ord 2,29: FQ 117).

    Diese Betrachtung führt zur Osterfreude, denn gerade in Demut und vollkommener Hingabe offenbart sich die Kraft der göttlichen Liebe. Die Auferstehung ist in der Tat die Antwort des Vaters auf die gehorsame Liebe des Sohnes. Wie die Evangelien am Ostermorgen verkünden: „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden!“ (Lk 24,5-6).

    In den Franziskusschriften zeigt sich die Einladung zur persönlichen Teilhabe an diesem Geheimnis. Franziskus betrachtet Passion und Auferstehung nicht als ferne Ereignisse, sondern als eine Wirklichkeit, die das Leben des Gläubigen verwandeln muss.

    In der Nachfolge Christi im Gebet, in der Demut und vertrauensvollen Hingabe, betritt der Christ geistlich den Weg, der von Getsemani zur Auferstehung führt. Aus diesem Grund hütet die franziskanische Spiritualität mit besonderem Eifer die lebendige Erinnerung der Passion des Herrn.

    Getsemani mit seinen uralten Olivenbäumen und der Stille der Nacht wird so zu einem Ort, wo das Vertrauen und die Hingabe gelernt werden. Ostern offenbart, dass jede Nacht, die mit Christus verbracht wird, dazu bestimmt ist, sich in Licht zu verwandeln. Im Lichte der Schriften des heiligen Franz von Assisi erscheinen das Geheimnis von Getsemani und das der Auferstehung untrennbar miteinander verbunden. Die Todesangst im Garten ist nicht nur die Vorahnung des Kreuzes, sondern auch die verborgene Morgendämmerung von Ostern. Dort, wo Christus unter Schmerzen sein „Ja“ zum Vater sagte, erblühte das neue Leben, das die Kirche in der Freude der Auferstehung feiert. „Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.“ (Röm 6,8).

    Allen Frohe Ostern!

    Seid gesegnet aus dem Garten des Herrn!

    Hora Sancta

    Wir sind Söhne des hl. Franziskus und hüten durch Gottes Willen einen der Orte, die Jesus am meisten geliebt hat: den Garten, der Getsemani genannt wird

    Wählen Sie Ihre Sprache
    DE IT EN ES FR PT AR PL