P.O.B. 186 9100101, Gerusalemme (Israele)

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    ANBETUNG IN DER
    GEGENWART GOTTES


    ANBETUNG IN DER GEGENWART GOTTES                                                                                                          

    Liebe Brüder und Schwestern im Garten des Herrn,

    Friede sei mit euch!

    Wir schlagen euch vor, diese Betrachtung ausgehend von der Frage in Psalm 15,1 zu lesen : „HERR, wer darf Gast sein in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?“ (vgl. Ps 24; Jes 33,1–16). Diese Frage beinhaltet bereits die Antwort: Niemand kann in der Gegenwart Gottes stehen; niemand kann ihn von Angesicht zu Angesicht betrachten.

    Biblisch gesehen kann der sündige Zustand des Menschen angesichts der erhabenen Heiligkeit Gottes nicht bestehen: Dies würde in der Tat die Vernichtung unserer Natur bedeuten (vgl. Jes 6,3–5). Nur wenn der Mensch „ohne Makel“, das heißt ohne Schuld, ist, kann er in Gottes Gegenwart bleiben.

    Im Buch Tobit findet sich eine wunderbare Verheißung. Es ist die Zeit des assyrischen Exils, und die Tragödie des Lebens fernab des Tempels von Jerusalem ist allgegenwärtig. Von Gott bewegt, spricht Tobit ein Segens- und Lobgebet und verkündet, dass der Herr sein Zelt, das heißt seinen Tempel, wieder aufrichten wird, von wo aus er jedem Menschen seine Liebe zeigen wird, und dass er – wie verheißen – ein neues Zelt errichten wird, in dem jeder Mensch die Gegenwart Gottes erfahren kann. „Jerusalem, du heilige Stadt! Er hat dich gestraft für die Werke deiner Hände. Bekenne den Herrn in schöner Weise und preise den König der Ewigkeit, dann wird dir dein Zelt wieder aufgerichtet in Freude“ (Tob 13,9-10).

    Gott ist im Begriff, ein neues Zelt zu errichten, in dem er jeden Menschen, selbst den elendsten, als Gast willkommen heißen wird. Es ist daher kein Treffpunkt für die Tadellosen, denn der „Tadellose“, Jesus Christus, hat durch die Aufnahme all unserer Sünden dieses neue Zelt erbaut – den Ort der Begegnung mit dem Herrn: die Anbetung in Gottes Gegenwart.

    Hier ist das neue Zelt, das errichtet wurde, als er selbst auf Golgota erhöht wurde, wo er, wie er es angekündigt hatte, die Herrlichkeit Gottes offenbarte: „Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin“ (Joh 8,28). Siehe, der Name „Ich bin“ war derjenige, den der Herr Mose offenbarte, um die Echtheit der Mission zu bestätigen, zu der er gesandt worden war (Ex 3,14), ein neuer Tempel, eine herrliche Offenbarung des Geheimnisses Gottes, zu dem jeder Mensch Zugang hat, wie Jesus selbst vor seinem Leiden verkündete: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle zu mir ziehen“ (Joh 12,32).

    Liebe Brüder und Schwestern, lasst uns in dieser Fastenzeit über den neuen Tempel auf Golgota nachdenken, eine Offenbarung des Geheimnisses Gottes, wo der Mensch ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten kann. Dies verkündete Jesus der Samariterin: „Glaube mir, Frau, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet … aber es kommt die Stunde – ja, sie ist schon da –, da die wahren Anbeter den Vater im Geist und in der Wahrheit anbeten werden“ (Joh 4,21–24).

    In jeder Heiligen Messe und jeder „Heiligen Stunde (Hora Sancta)“, vor der ausgesetzten oder im Tabernakel gegenwärtigen Eucharistie, beten wir für unsere eigene fortwährende Umkehr und für die aller Männer und Frauen, die ebenfalls den Weg wiederfinden müssen, der zu einer wahren Begegnung mit Gott führt und zu ihm zurückführt. Mit dieser Absicht vereinen wir uns mit der ersten Anbeterin im Geist und in der Wahrheit, nämlich der allerseligsten Jungfrau Maria. Von Getsemane aus begleiten wir den Herrn in seinem Leiden und auf seinem Weg nach Golgota; am Fuße des Kreuzes begegnen wir dieser Mutter und betrachten das Geheimnis Gottes im Antlitz ihres Sohnes, der sich für das Heil der Menschheit hingegeben hat. Maria und Johannes, die einander in ihrem Schmerz beistanden, blickten über das entstellte Antlitz Jesu hinaus und beteten ihn an, den Blick auf den unendlichen Horizont Gottes gerichtet. Indem wir das Geheimnis mit tiefer Liebe betrachten, erfahren auch wir diese Anbetung in der Gegenwart Gottes.

    Seid gesegnet aus dem Garten des Herrn!

    Hora Sancta

    Wir sind Söhne des hl. Franziskus und hüten durch Gottes Willen einen der Orte, die Jesus am meisten geliebt hat: den Garten, der Getsemani genannt wird

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